Erdölmuseum Osterwald

 

 

Erdoelmuseum_OsterwaldErdoelmuseum_OsterwaldErdölmuseum Osterwald

 

Hauptstraße, 49828 Osterwald

 

Neben der Familie Brookman, die im gleichen Gebäude ihr Bauernmuseum eingerichtet hat, hat Herr Gerold ten Brink dort eine Dauerausstellung zur Erdölförderung im hiesigen Raum aufgebaut. An verschiedenen Exponaten und sich auf Knopfdruck bewegenden Modellen ist viel Wissenswertes zur Historie der Erdölförderung und zur derzeitigen Fördersituation zu erfahren.

 

Kontakt:

 

Besichtigung nur nach tel. Vereinbarung mit Gerold ten Brink, Tel. 05941/98326

 

 

 Bericht GN vom 29.04.2005

Mit dem Fahrrad auf den Spuren von Öl und Moor

 

Zwei neue Themenrouten mit jeweils etwa 20 Kilometer Länge

 

Neue Hinweisschilder und Informationstafeln weisen den Weg durch die Samtgemeinde Neuenhaus und die Gemeinde Wietmarschen. Die Routen sind Bestandteil des kreisweiten Tourennetzes. An mehreren Stellen kann eine Rast eingelegt werden.

 

"Auf den Spuren des ,Schwarzen Goldes’" lautet der Titel der Ölradwanderroute, "Auf den Spuren der Moorarbeiter" der Titel der Moorradwanderroute. Am Mittwoch sind die neuen Routen offiziell in Gebrauch genommen worden. Ausgangspunkt der 23 Kilometer langen Ölradwanderroute ist der Ölförderturm, den Gerold ten Brink im Herbst vergangenen Jahres neben seinem Elternhaus beim Ölbahnhof Osterwald errichten ließ. Auf einer Infotafel neben dem 36 Meter hohen Turm finden sich Beschreibungen zur Geschichte der Ölförderung in der Niedergrafschaft, die 1943 mit der Bohrung Georgsdorf 1 begann. Außerdem wird an die spektakulären Öl- und Gasausbrüche der Jahre 1957, 1967 und 1968 erinnert. Ten Brink, der in Osterwald in der alten Schule zudem ein privates Ölmuseum aufgebaut hat, dankte bei der Eröffnung der Routen den Firmen und Institutionen, die beim Abbau des Turms in Österreich, beim Transport und Wiederaufbau geholfen hatten. Interessierten bietet er Museumsführungen an. Anmeldungen sind möglich unter (05941) 98326.


Vom Ölbahnhof führt die Route westlich Richtung Scheerhorn, dann nach Süden bis Veldhausen, von dort nach Osten bis zum Nord- Süd- Kanal und wieder zurück zum Ölbahnhof. Am Kanal berühren sich Öl und Moorradwanderroute. Die Moorradwanderoute ist 20 Kilometer lang und führt zunächst am Kanal entlang nach Georgsdorf, dann am Coevorden- Piccardie- Kanal entlang Richtung Emlichheim. Kurz hinter der ersten Kurve wird die Kanalstraße überquert. Von dort geht es Richtung Norden bis zum südlichsten Zipfel des Südlichen Bourtanger Moors. Auf einem Wall lädt ein Infotisch zu einer Pause ein. In der Mitte des Tischs sind drei Metallrollen eingelassen. Darauf erfährt der Radwanderer Wissenswertes über die Flora und Fauna des Hochmoors und die Geschichte des Torfabbaus. Über Georgsdorf führt die Route weiter nach Füchtenfeld. Dort gibt es auf dem Gelände der Baumschule Germer eine weitere Rastmöglichkeit in einer neuen Schutzhütte. Die letzte Station ist der restaurierte Schafstall auf dem Hof Moormann in Wietmarschen.


Der genaue Verlauf der Routen kann auch auf zwei neuen Faltblättern nachgelesen werden, die unter anderem bei den beteiligten Gemeinden und bei der Kreisverwaltung ausliegen. Sie enthalten außerdem eine Liste mit weiteren Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés. 139300 Euro haben die Ems-Dollart-Region, das Land Niedersachsen, die Niederlande, die Samtgemeinde Neuenhaus und die Gemeinde Wietmarschen in das Projekt gesteckt. 49000 Euro flossen in die Restaurierung des Schafstalls, 40000 Euro in die Errichtung des Ölförderturms und 50300 Euro kosteten die Schilder, die Infotafeln, die Schutzhütten, der Infotisch und die Faltblätter.


Die Organisation bei Bau und Vermarktung der beiden Routen hat der Fremdenverkehrsverband Grafschaft Bentheim übernommen. Die beiden Routen sind ferner Bestandteil der touristischen Förderprogramme "Moor ohne Grenzen" und der "Pionierroute Energie".

 

 Bericht GN vom 26.06.2003

Vor 60 Jahren startete die Erdölförderung Osterwald

 

GESCHICHTE Gerold ten Brink lädt ins Museum ein

 

Im Jahr 1943 begann in Osterwald die Erdölförderung. Gerold ten Brink, der ein kleines Erdöl- Museum aufgebaut hat, hat zum Jahrestag einen kleinen „Nicker" an der Kreisstraße 4 aufgebaut.

 

Die kleine Gemeinde Osterwald zählte einst zu den reichsten Gemeinden Niedersachsens. Grund waren die Erdölbohrungen, die im Jahr 1943 begannen. Schlachthaus, Gefrierhaus, Korntrocknung, Hallenbad, die dörfliche Infrastruktur konnte sich sehen lassen. Heute kann man sich allenfalls nach dem Reichtum zurücksehnen. Die Kassen in der Samtgemeinde Neuenhaus sind leer.

Offiziell ist es das „Ölfeld Georgsdorf", das vor 60 Jahren erstmals angezapft wurde. Das hängt damit zusammen, dass die erste Konzession für den Georgsdorfer Teil des Ölfeldes ausgestellt wurde. Ansonsten spricht man in der Grafschaft von der Erdölförderung in Osterwald.
Einer, der die Erinnerung an die guten und schlechten Zeiten der Erdölförderung in der Region Osterwald wach hält, ist Gerold ten Brink. Er hat in der alten Schule in Osterwald ein kleines Museum aufgebaut, in dem eine Reihe von Exponaten zum schwarzen Gold in der Niedergrafschaft ausgestellt sind. Zum 60. Jahrestag der ersten Förderung hat er an der Kreisstraße 4 zwischen Veldhausen und Alte Piccardie eine kleine Förderpumpe aufgebaut. Die kleine Fläche dafür hat ihm der Landwirt Geert Meyer zur Verfügung gestellt.
Bislang sind in dem Ölfeld etwa 17,5 Millionen Tonnen Erdöl gefördert worden. Von den knapp 400 gesetzten Bohrungen sind nach Angaben ten Brinks noch etwa 200 in Betrieb. In den Glanzzeiten der Erdölförderung waren über 300 Menschen „beim Öl" in Osterwald beschäftigt, derzeit gibt es hier noch etwa 25 Beschäftigte. Das Öl liegt zwischen 600 und 1000 Meter Tiefe in Bentheimer Sandstein als Ölführender Schicht.
In den vergangenen Jahren hat die BEB in Osterwald gefördert. Seit Ende des vergangenen Jahres ist die BEB mit der Mobil Oil verschmolzen. Heute heißt der Arbeitgeber in Osterwald Exxon, Mobil Production Germany.

 

 Bericht GN vom 22.09.2001

Erinnerungen an die Zeit des „schwarzen Goldes"

Erdölmuseum in der alten Schule von Osterwald

 

Es existiert seit drei Jahren, doch kaum jemand weiß davon: Die Rede ist vom Erdölmuseum in Osterwald. Seit 1999 sind in der alten Schule zahlreiche Modelle und andere Ausstellungsstücke aus der Zeit, als das „schwarze Gold" Osterwald zeitweise zur reichsten Gemeinde Niedersachsens machte.

 

Gerold ten Brink aus Osterwald hat die Exponate selber zusammen getragen und in zwei Etagen aufgebaut. Er ist einer der letzten verbliebenen Mitarbeiter der Brigitta Elwerath Betriebsführung ( BEB ) in Osterwald. „Das Interesse an Öl ist mir quasi in die Wiege gelegt worden", sagt ten Brink schmunzelnd. Der Betriebsplatz der Elwerath, wie die BEB auch heute noch genannt wird, lag unweit seines Elternhauses. So kam er schon in frühester Jugend mit Fördertürmen und Ölpumpen in Kontakt. Heute hat ten Brink seinen Beruf - er arbeitet seit 1990 bei der BEB - mit dem Hobby verbunden. In Eigenregie hat er Teile der alten Schule saniert. „Das war gar nicht so einfach. Hier war eine einzige Rumpelkammer, durch das Dach regnete es in die Bäume", erinnert sich ten Brink an die Anfänge des kleinen Museums. Die obere Etage wurde in früherer Zeit als Lehrerwohnung genutzt. Diese allerdings wurde seit vielen Jahren nicht mehr genutzt und stand leer - entsprechend hoch war der Renovierungsaufwand. 

 

Im Erdölmuseum, das übrigens eines von insgesamt nur vier in ganz Deutschland ist, kann der Besucher die Entwicklung der Ölförderung verfolgen, welche die Gemeinde Osterwald zeitweise zum „Texas der Niedergraf schaff werden ließ. Es begann im Jahre 1943 mit der ersten Bohrung unweit der Hohenkörbener Straße. Die Gegend um Osterwald war die erste in Deutschland, in der außerhalb von Salzstöcken nach Öl gebohrt wurde. Zuvor hatten Arbeiter bereits 1942 im emsländischen Dalum mit der Ölförderung begonnen. Ein Vierer- Konsortium bestehend aus Preussag, Wintershall, Elwerath und Deilmann betrieb die Ölquellen in Osterwald. Die Förderung entwickelte sich gut, erhielt aber mit Ende des Zweiten Weltkrieges einen Dämpfer. In den Jahren 1945 bis 1948 wurde die Ölgewinnung in Osterwald fast eingestellt. Doch danach ging es stetig aufwärts.

 

Höhepunkt des Ölbooms war Anfang der 60er Jahre. Damals waren über 300 Mitarbeiter in Osterwald „beim öl". Heute sind es gerade noch 17, wie ten Brink erklärt. Die Bodenschätze machten Osterwald zeitweise zur reichsten Gemeinde Niedersachsens. 

 

Aus dieser wechselvollen Geschichte der Ölförderung in Osterwald zeugen zahlreiche Exponate im Museum. Sie sind teilweise Leihgaben der BEB. Einige der Ausstellungsstücke stammen auch aus dem seit etlichen Jahren aufgelösten Kreismuseum in Bad Bentheim. Aus diesem Fundus sind Modelle der Raffinerie in Holthausen und eines Bohrturmes. Ferner erwartet die Besucher im oberen Stockwerk eine nachgebildete Landschaft mit verschiedenen Fördertürmen und Ölpumpen. Diese bestimmten lange Jahre das Bild in Osterwald und anderen Gemeinden der Niedergrafschaft. Die im Volksmund „Pferdeköpfe" oder „Ja- Nicker" genannten Maschinen waren eigentlich keine Pumpen, sondern nur Antrieb für diese. „Die Pumpe selber war in rund 800 Metern Tiefe", erläutert ten Brink. Fast alle Modelle hat der Osterwalder für sein Museum selber angefertigt.

 

In einem weiteren Raum erfährt der Besucher einiges über die Unfälle, die sich im Laufe der Jahre in Osterwald ereigneten. Die großen Ölausbrüche von 1957, 1967 und 1986 werden anschaulich in Bildern und alten Zeitungsausschnitten dokumentiert. Beim Unglück Mitte der 50er Jahre beispielsweise traten rund 35000 Tonnen Öl aus, nach neun Tagen erst war der Ausbruch beendet. „Besonders ehemalige Mitarbeiter der Elwerath kommen gerne in das Museum und erinnern sich an alte Zeiten", erzählt ten Brink. Auch Fahrradreisende machen oft einen Abstecher in die alte Schule nach Osterwald. In Zukunft sollen vor allem Schulklassen vermehrt in das Museum kommen. Gerold ten Brink, aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit mit umfangreichem Fachwissen ausgestattet, führt die Gruppen durch die Ausstellung. Allerdings ist eine telefonische Anmeldung unter (05941) 98326 für den Museumsbesuch erforderlich. Der Eintritt ist frei.

 

Für die Zukunft hofft ten Brink, einen der typischen Ölfördertürme am Museum zu errichten, von denen es schon lange keinen mehr in Osterwald gibt. Ein solcher Turm existiert noch in Österreich. Mit finanzieller Hilfe von Sponsoren will ten Brink das frühere, etwa 24 Meter hohe Wahrzeichen vieler Gemeinden in der Niedergrafschaft und dem Emsland wieder in Osterwald aufstellen.