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Hauptstraße, 49828 Osterwald
Neben der Familie Brookman, die im gleichen Gebäude ihr Bauernmuseum eingerichtet hat, hat Herr Gerold ten Brink dort eine Dauerausstellung zur Erdölförderung im hiesigen Raum aufgebaut. An verschiedenen Exponaten und sich auf Knopfdruck bewegenden Modellen ist viel Wissenswertes zur Historie der Erdölförderung und zur derzeitigen Fördersituation zu erfahren.
Kontakt:
Besichtigung nur nach tel. Vereinbarung mit Gerold ten Brink, Tel. 05941/98326
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Bericht GN vom 22.09.2001 |
Erinnerungen an die Zeit des „schwarzen Goldes"Erdölmuseum in der alten Schule von Osterwald
Es
existiert seit drei Jahren, doch kaum jemand weiß davon: Die Rede ist vom
Erdölmuseum in Osterwald. Seit 1999 sind in der alten Schule zahlreiche
Modelle und andere Ausstellungsstücke aus der Zeit, als das „schwarze
Gold" Osterwald zeitweise zur reichsten Gemeinde Niedersachsens
machte.
Gerold ten Brink aus Osterwald hat die Exponate selber zusammen getragen und in zwei Etagen aufgebaut. Er ist einer der letzten verbliebenen Mitarbeiter der Brigitta Elwerath Betriebsführung ( BEB ) in Osterwald. „Das Interesse an Öl ist mir quasi in die Wiege gelegt worden", sagt ten Brink schmunzelnd. Der Betriebsplatz der Elwerath, wie die BEB auch heute noch genannt wird, lag unweit seines Elternhauses. So kam er schon in frühester Jugend mit Fördertürmen und Ölpumpen in Kontakt. Heute hat ten Brink seinen Beruf - er arbeitet seit 1990 bei der BEB - mit dem Hobby verbunden. In Eigenregie hat er Teile der alten Schule saniert. „Das war gar nicht so einfach. Hier war eine einzige Rumpelkammer, durch das Dach regnete es in die Bäume", erinnert sich ten Brink an die Anfänge des kleinen Museums. Die obere Etage wurde in früherer Zeit als Lehrerwohnung genutzt. Diese allerdings wurde seit vielen Jahren nicht mehr genutzt und stand leer - entsprechend hoch war der Renovierungsaufwand.
Im Erdölmuseum, das übrigens eines von insgesamt nur vier in ganz Deutschland ist, kann der Besucher die Entwicklung der Ölförderung verfolgen, welche die Gemeinde Osterwald zeitweise zum „Texas der Niedergraf schaff werden ließ. Es begann im Jahre 1943 mit der ersten Bohrung unweit der Hohenkörbener Straße. Die Gegend um Osterwald war die erste in Deutschland, in der außerhalb von Salzstöcken nach Öl gebohrt wurde. Zuvor hatten Arbeiter bereits 1942 im emsländischen Dalum mit der Ölförderung begonnen. Ein Vierer- Konsortium bestehend aus Preussag, Wintershall, Elwerath und Deilmann betrieb die Ölquellen in Osterwald. Die Förderung entwickelte sich gut, erhielt aber mit Ende des Zweiten Weltkrieges einen Dämpfer. In den Jahren 1945 bis 1948 wurde die Ölgewinnung in Osterwald fast eingestellt. Doch danach ging es stetig aufwärts.
Höhepunkt des Ölbooms war Anfang der 60er Jahre. Damals waren über 300 Mitarbeiter in Osterwald „beim öl". Heute sind es gerade noch 17, wie ten Brink erklärt. Die Bodenschätze machten Osterwald zeitweise zur reichsten Gemeinde Niedersachsens.
Aus dieser wechselvollen Geschichte der Ölförderung in Osterwald zeugen zahlreiche Exponate im Museum. Sie sind teilweise Leihgaben der BEB. Einige der Ausstellungsstücke stammen auch aus dem seit etlichen Jahren aufgelösten Kreismuseum in Bad Bentheim. Aus diesem Fundus sind Modelle der Raffinerie in Holthausen und eines Bohrturmes. Ferner erwartet die Besucher im oberen Stockwerk eine nachgebildete Landschaft mit verschiedenen Fördertürmen und Ölpumpen. Diese bestimmten lange Jahre das Bild in Osterwald und anderen Gemeinden der Niedergrafschaft. Die im Volksmund „Pferdeköpfe" oder „Ja- Nicker" genannten Maschinen waren eigentlich keine Pumpen, sondern nur Antrieb für diese. „Die Pumpe selber war in rund 800 Metern Tiefe", erläutert ten Brink. Fast alle Modelle hat der Osterwalder für sein Museum selber angefertigt.
In einem weiteren Raum erfährt der Besucher einiges über die Unfälle, die sich im Laufe der Jahre in Osterwald ereigneten. Die großen Ölausbrüche von 1957, 1967 und 1986 werden anschaulich in Bildern und alten Zeitungsausschnitten dokumentiert. Beim Unglück Mitte der 50er Jahre beispielsweise traten rund 35000 Tonnen Öl aus, nach neun Tagen erst war der Ausbruch beendet. „Besonders ehemalige Mitarbeiter der Elwerath kommen gerne in das Museum und erinnern sich an alte Zeiten", erzählt ten Brink. Auch Fahrradreisende machen oft einen Abstecher in die alte Schule nach Osterwald. In Zukunft sollen vor allem Schulklassen vermehrt in das Museum kommen. Gerold ten Brink, aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit mit umfangreichem Fachwissen ausgestattet, führt die Gruppen durch die Ausstellung. Allerdings ist eine telefonische Anmeldung unter (05941) 98326 für den Museumsbesuch erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Für die Zukunft hofft ten Brink, einen der typischen Ölfördertürme am Museum zu errichten, von denen es schon lange keinen mehr in Osterwald gibt. Ein solcher Turm existiert noch in Österreich. Mit finanzieller Hilfe von Sponsoren will ten Brink das frühere, etwa 24 Meter hohe Wahrzeichen vieler Gemeinden in der Niedergrafschaft und dem Emsland wieder in Osterwald aufstellen. |