Fest- & Heimatwoche

 

 

<< Georgsdorf gestern und heute >>

 

Bunte Vielfalt und viel Humor im Festumzug

 

Glanzvoller Auftakt zur Heimatwoche

 

Viele Bürger hatten an den Vorbereitungen teilgenommen, doch alle aber waren erstaunt ob der bunten Vielfalt und des Humors im Festumzug. Diese prächtige Schau von »Georgsdorf gestern und heute« war der glanzvolle Auftakt der Georgsdorfer Festwoche vom gestrigen bis zum nächsten Sonntag. Erstaunt waren auch die Einheimischen, weil die Wagengestaltung jeweils zur »geheimen Kommandosache« erklärt worden war. Die vielen Besucher, die von auswärts gekommen waren, staunten noch mehr. Sie empfingen zudem reiche Information über bäuerliches Tagwerk anno dazumal auf dem Feld und im Haus.


Alles war mit viel Humor angereichert, ob es die Aktionen waren, die Bürger und Bürgerinnen in alten Trachten auf den Wagen verrichteten, ob es die Gespräche waren, die immer wieder mit den Menschen am Rande des Wegs geführt wurden, den die Wagen zogen - eine Viertelstunde lang.

Marschmusik kündigte den Zug an, der sich bei Kösters in Bewegung setzte. In Brückennähe sahen ihn viele Menschen, die an den Ufern des Kanals weite Parkgefilde gefunden hatten. Als er vorbei war, gingen die meisten über das Brückchen, das an den Verkehrsweg bis vor 20 Jahren erinnert, jetzt aber nur noch Fußgängern und Radfahrern dient. Sie gewannen das andere Kanalufer, um den Zug dann noch einmal zu sehen.

Alle Ortsteile waren vertreten, der Turn- und Sportverein,  Geflügelzuchtverein, Jäger und Feuerwehr. Frauen zeigten, wie mühselig einst ihre Hausarbeit war. Sie butterten, und sie spönnen das Garn, die Schafe hatten sie gleich mit. Die Männer schwangen die Dreschflegel im Takt. Die Menschen am Wege bekamen Neujahrskuchen und >>Schuhsohlen« von den Wagen herunter verabreicht. Sie konnten sich bei der Hitze des Tages an einer Fuhre Torfkohle erwärmen, wie sie früher zur Heizung diente. Bei Geflügelzüchtern spotteten Hähne der Hitze; man hörte hin und wieder ein fleißiges Kikeriki. Die Bilder, die der Festzug bot, waren durchaus nicht nur in der Vergangenheit angesiedelt. Viele junge Leute aus der heutigen Siedlung produzierten sich, und ein »Treffpunkt Brücke« trug höchst moderne Züge.
Zügig zog der Zug durch den Ort. Nur die Feuerwehr verharrte gelegentlich im Marschtempo und überhörte die Klänge der Twister Blaskapelle. Nach dem Verhalten aber hatte sie jeweils Alarm. Dann preschten die Männer in den alten Uniformen mit der uralten Spritze los - »wie die Feuerwehr«. Und wenn es gar noch »Wasser marsch« hieß, dann galt ein kühler Gruß auch den Schlachtenbummlern.
Zum Schluß war der Zug »ganz Dorf«: ein Kuhgespann! Was auch die Kuh- »Technik« für Tücken hatte, daß erfuhr ein Mann vom Piepenklub: Dem versaute so ein Rindvieh doch glatt die weißen Socken. Ganz »städtisch« der Schluß: außerplanmäßig Firmenwerbung mit einer attraktiven Rennfahrerin. Diese »Werbung« tat keinem weh und - zum Bild »Georgsdorf gestern und heute« gehört sie halt auch.
Nachdem sich der Zug aufgelöst hatte, wogte das bunte Treiben in Georgsdorf noch lange. Erst die WM mahnte viele Besucher zur Heimfahrt. Einer der sie kurz vor 20 Uhr antrat sagte: »Wäre ja so gerne noch geblieben, aber, der Fußball rollt . . .«

 

Festschrift zur Heimatwoche

Liebe Georgsdorfer, liebe Gäste!

 

Diese erste Georgsdorfer Heimatwoche ist der Versuch möglichst viele Menschen zu bewegen sich mit den historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Besonderheiten und Veränderungen des Dorfes auseinanderzusetzen. In den letzten Jahren ist vermehrt festzustellen, daß in immer stärkerem Maße das Leben im ländlichen Raum von außen beeinflußt wird. Manche Menschen sprechen bereits von einer schleichenden kulturellen und geistigen Verarmung des ländlichen Raumes. Dieser Tendenz muß man etwas entgegensetzen.

 

Und es geschieht schon einiges. Bereits viele Bürger beschäftigen sich inzwischen mit der Geschichte und den kulturellen Besonderheiten ihres Lebensraumes. Dabei handelt es sich allerdings nur um die Aktivitäten Einzelner. Breite Bevölkerungsschichten sind noch nicht dabei. Genau das aber soll mit dieser Heimatwoche erreicht werden.

 

Diese Heimatwoche wurde von allen in Georgsdorf ansässigen Vereinen, Gruppen und Institutionen vorbereitet und geplant. Es kann also durchaus von einer 'von der Bevölkerung für die Bevölkerung' organisierten Heimatwoche gesprochen werden.


Wir bedanken uns bei allen beteiligten Gruppen, Vereinen und Institutionen für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft. Wir verbinden damit die Hoffnung, daß die Heimatwoche reges Interesse und regen Zuspruch in der näheren und weiteren Umgebung Georgsdorfs findet.

 

Die Veranstalter

 

Gemeinde Georgsdorf
Kronemeyer

(Bürgermeister)

Ländliche Erwachsenenbildung
Schiller

(Vorsitzender KAG Bentheim)

 

 

PROGRAMM

 

Sonntag, 29. Juni 1986

 


14.00 Uhr:

Beginn der Heimatwoche mit einem Festumzug unter dem Motto: "Georgsdorf gestern und heute".
An diesem Festumzug beteiligen sich alle Georgsdorfer Vereine, Gruppen, Nachbarschaften etc. mit eigenen Ideen und Aktivitäten. Mit Hilfe schön zurechtgemachter Festwagen, Geräte und Maschinen werden einige bereits in Vergessenheit geratene Arbeits- und Produktionstechniken aus der vergangenen Zeit zu neuem Leben erweckt.

15.00 Uhr:

Offizielle Eröffnung der Heimatwoche auf dem Festplatz.

Alle Besucher haben jetzt die Möglichkeit, die auf dem Festumzug mitgeführten Gegenstände näher in Augenschein zu nehmen und sich über den praktischen Nutzen und Einsatz informieren zu lassen. Außerdem werden noch funktionsfähige Maschinen und Geräte im praktischen Einsatz gezeigt.

 

Für Musik und das leibliche Wohl wird gesorgt.


Ort: Gaststätte Kösters in Georgsdorf

Veranstalter: Alle an der Vorbereitung der Heimatwoche beteiligten Gruppen, Vereine und Institutionen und die gesamte Georgsdorfer Bevölkerung.

Montag, 30. Juni 1986

 

18.00 Uhr:

Die Feuerwehr und das DRK stellen sich und ihre Arbeit vor.

Mit originalgetreu erhaltenen und noch voll funktionsfähigen Feuerlöschgeräten zeigt die Georgsdorfer Feuerwehr, wie sich die Brandbekämpfung im Laufe der Zeit verändert hat. Neben interessanten feuerwehrtechnischen Übungen werden den Besuchern noch vielfältige Informationen zu der historisch- technischen Entwicklung des Löschwesens geboten.

Auch das DRK wird über Entwicklungen und organisatorisch- technische Veränderungen im Rettungs- und Sanitätswesen informieren. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Rettungswagen und deren Einrichtung in Augenschein zu nehmen und sich anhand von dargebotenen praktischen Übungen von der Arbeit des DRK zu überzeugen.

Im Anschluß an diese Veranstaltungen laden die Feuerwehr und das DRK alle Besucher zu einem gemütlichen Beisammensein ein.


Ort: Feuerwehrhaus

Veranstalter: Feuerwehr und DRK

Dienstag, 01. Juli 1986

 

10.00 Uhr:

"Tag der offenen Tür" bei einigen Georgsdorfer Betrieben mit entsprechender fachkundiger Führung durch die Betriebe.


Aus Anlaß der ersten Georgsdorfer Heimatwoche öffnen einige landwirtschaftliche und gewerbliche Betriebe ihre Tore für die Besucher. Während dieser Zeit hat ein jeder die Möglichkeit, sich ein persönliches Bild vom Arbeits- und Produktionsprozeß dieser Betriebe zu machen. Die Betriebsleiter bzw. fachkundige Personen stehen den Besuchern selbstverständlich für Fragen und Erläuterungen während dieser Zeit zur Verfügung. Sie sind darüber hinaus gerne bereit, allen Interessierten in Form einer Betriebsbesichtigung einen kleinen Einblick in technische, ökonomische und regionalgeographische Besonderheiten und Probleme dieses Betriebes zu gewähren.


Folgende Betriebe sind an diesem Tag für den Besucherverkehr geöffnet:

10.00 Uhr - 11.30 Uhr

und

14.00 Uhr - 16.00 Uhr

1.) Landw. Betrieb von Jan Kronemeyer, Ostende 49

 

Bei diesem landwirtschaftlichen Betrieb handelt es sich um einen der größten bewirtschafteten Hochmoorbetriebe in dieser Region. Auch sind noch sehr viele landwirtschaftliche Geräte und Maschinen aus dem letzten Jahrhundert auf dem Hof vorhanden, so daß man sogar von einem landwirtschaftlichen Museum sprechen kann.

14.00 Uhr - 18.00 Uhr

2.) Torfgewinnungsbetrieb Kemper & Röttgers, Ostende 91

 

Dieser Betrieb zeigt die Torfverarbeitung und die Verwendungsmöglichkeiten von Torf und seinen Nebenprodukten 'früher und heute'.

10.00 Uhr - 12.00 Uhr

und

14.00 Uhr - 16.00 Uhr

3.) Moorbaumschule Günther Vennegerts, Ostende 89 /Torfabfuhrweg

 

Auf diesem Betrieb können sich die Besucher u. a. über besondere Pflanzen- und Baumzüchtungen, die die speziellen Eigenschaften des Moorbodens besonders gut ausnutzen, informieren.

14.00 Uhr - 15.00 Uhr

4.) Torfwerk Gebr. Brill, Torfwerkstr. 11

 

Es findet eine Betriebsbesichtigung statt, bei der sich alle Besucher eingehend über den Abbau und die weitere Verarbeitung des Torfes informieren können.

16.00 Uhr - 19.00 Uhr

5.) Fleischverarbeitender Betrieb Fa. Lukas Köster KG, Neuer Diek 43

 

Die Besucher können die verschiedenen Stationen der Wurstherstellung verfolgen und haben im Anschluß hieran die Möglichkeit, sich von der Qualität dieser Wurstwaren selbst zu überzeugen.

20.00 Uhr:

Bookwaitenpannekoken- Etten 'Janhennerk'

21.00 Uhr:

Heimatfilm der Grafschaft Bentheim Georgsdorf 40 Jahre zurück kommentiert von Johann Wolf sen. persönlich.


Im Anschluß an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit, bei einem gemütlichen Klönschnack Gedanken und Eindrücke zu dem Film auszutauschen.


Ort: Gaststätte Schnieders
Veranstalter: Verschiedene Georgsdorfer Betriebe, die Jägerschaft zeichnet für den Film verantwortlich.

Mittwoch, 02. Juli 1986

 

16.00 Uhr:

Fahrradorientierungsfahrt rund um Georgsdorf.


Alle, die Georgsdorf und seine nähere Umgebung bereits etwas kennen und darüber hinaus noch ein Fahrrad besitzen, sind aufgefordert, sich an dieser Fahrt zu beteiligen. Ziel dieser Orientierungsfahrt soll es sein, einige markante und noch nicht so bekannte Orte in und um Georgsdorf ausfindig zu machen und gleichzeitig einige Aufgaben zu lösen.
Gestartet wird in kleinen Gruppen von mindestens 3 bis maximal 6 Personen (Eltern mit Kindern keine Begrenzung nach oben). Die einzelnen Gruppen werden gebeten, sich nach Möglichkeit bereits vorher bei der Raiffeisenkasse oder der Gaststätte Schlagelambers anzumelden, damit die ungefähre Teilnehmerzahl bekannt ist. Da bis ca. 19.00 Ohr gestartet werden kann, haben auch Berufstätige die Möglichkeit, an dieser Fahrt teilzunehmen. Gestartet wird in Zeitabständen von ca. 3- 5 Min. Bei der Fahrt kommt es nicht auf Schnelligkeit an, sondern in erster Linie auf die richtige Lösung der gestellten Aufgaben, Geschicklichkeit sowie entsprechende Ortskenntnisse.


Die Sieger werden in Gruppenbewertung ermittelt. Als Preise winken Warengutscheine im Werte von 100,00 DM, 70,00 DM sowie 40,00 DM. Doch nicht die Preise sollten den Ausschlag für die Teilnahme geben, sondern vielmehr der damit verbundene Spaß.


Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 1,00 DM. Die Siegerehrung findet anschließend gegen ca. 21.30 Uhr in der Gaststätte Schlagelambers statt. In die Fahrtstrecke ist eine Erfrischungsstation eingeplant.


Start und Ziel: Gaststätte Schlagelambers

Veranstalter: Deutsches Rotes Kreuz und Reservistenclub Georgsdorf

Donnerstag, 03. Juli 1985

15.00 Uhr:

Kinderkirmes.


Auch für die Kleinen bietet die erste Georgsdorfer Heimatwoche ein interessantes Programm. Der Sportverein hat sich lustige und abwechslungsreiche Spiele ausgedacht und lädt insbesondere die kleinen Mitbürger von Georgsdorf und Umgebung ein, sich möglichst zahlreich und aktiv an dieser Kinderkirmes zu beteiligen. Ähnlich wie bei einer richtigen Kirmes auch, jedoch sehr viel billiger, können die Kinder en verschiedenen Ständen ihre Geschicklichkeit und Ausdauer testen.


Ort: bei der Gaststätte Kösters.

19.00 Uhr:

Fußballturnier.


Alle Gruppen, Vereine und Verbände, die an der Vorbereitung und Ausgestaltung dieser Heimatwoche beteiligt sind, messen bei einem Fußballturnier ihre Kräfte. Es sind keine aktiven Fußballer bei diesem Turnier zugelassen, außer wenn sie älter als 30 Jahre sind. Jede Mannschaft spielt mit 6 Leuten und die Spieldauer beträgt jeweils 15 Minuten.


Ort: Sportplatz an der Adorfer Straße

Veranstalter: TSV Georgsdorf


Anschließend gemütliches Beisammensein auf dem Sportplatz.

Freitag, 04. Juli 1986

 

14.00 Uhr:

Bunter Kindernachmittag.


Auch der Freitagnachmittag gehört wiederum den Kindern. Sie haben die Möglichkeit, sich bei allerlei Spielen so richtig nach Herzenslust auszutoben. Es findet eine Kinderbelustigung statt, bei der es einiges zu gewinnen und zu sehen gibt. Eine ganz besondere Attraktion stellt ein riesengroßes Trampolin dar, auf dem mehr als 20 Kinder gleichzeitig Platz haben.


Auch die Eltern der Kinder sind ganz herzlich eingeladen. Für sie gibt es Kaffee und Kuchen.

19.30 Uhr:

Plattdeutscher Abend.


Dieser Abend wird überwiegend in Plattdeutsch gestaltet. Das sehr umfangreiche und interessante Programm sieht u. a. Vorträge, Gedichte und Erzählung von Dönken in plattdeutscher Sprache vor. Inhaltlich befassen sich die Interpreten und Autoren dieses Abends in erster Linie mit Geschichten von und um Georgsdorf. Fast alle, die an diesem Abend auftreten werden, kommen übrigens aus Georgsdorf oder sind ehemalige Georgsdorfer.


Ort: Gaststätte Kösters
Veranstalter: Arbeiterwohlfahrt und Piepenclub


anschließend Tanz mit Hans und Albert

Samstag, 05. Juli 1986

 

15.00 Uhr:

Seniorennachmittag.


Dieser Nachmittag ist für die etwas älteren Bewohner Georgsdorfs reserviert. Für alle, die das 60. Lebensjahr bereits erreicht bzw. überschritten haben, haben sich VdK und Reichsbund ein abwechslungsreiches und interessantes Programm ausgedacht. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Filmvorführungen von den VdK-Fahrten.


Ort: Gaststätte Kösters.

19.00 Uhr:

Offizielle Eröffnung der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Reichsbundes der Ortsgruppe Georgsdorf.

20.00 Uhr:

Der Reichsbund lädt ein zum Tanz und zum gemütlichen Beisammensein mit Musik. Sowohl zur offiziellen Eröffnung der Feier als auch zum anschließenden Tanz sind alle recht herzlich eingeladen.


Ort: Gaststätte Kösters

Veranstalter: VdK und Reichsbund.

Sonntag, 06. Juli 1986

 

10.30 Uhr:

Evangelisch- reformierter Gottesdienst.


Bei gutem Wetter findet der Gottesdienst unter freiem Himmel im Dorfpark in der Nähe vom Hof Grobbe statt. Bei schlechtem Wetter wie üblich in der Kirche.

 

Nach dem Gottesdienst ist ein gemeinsames Erbsensuppenessen beim Feuerwehrhaus vorgesehen. Außerdem liefern der Posaunenchor und der Singkreis einige Stücke ihres Repertoires.


Zu Mittag klingt die erste Georgsdorfer Heimatwoche aus und wir hoffen, daß im nächsten Jahr eine zweite Heimatwoche folgen wird!