Buchweizen-Pfannkuchen
und eine Fotoausstellung
Mühlenfreunde
Georgdorf zeigten zum Denkmaltag alte Mahltechniken und historische
Bilder
ah
Georgsdorf.
Als einziger Mühlenverein der Grafschaft haben die Mühlenfreunde
Georgsdorf am Sonntag am Denkmalstag teilgenommen. Im Mittelpunkt des
Georgsdorfer Mühlenfests stand die um 1875 erbaute Windmühle. Während
die fünf Hektar Buchweizen, die die Mitglieder des Mühlenvereins in
diesem Jahr angebaut haben, bei gutem Wetter erst in der kommenden Woche geerntet werden sollen, konnten sich die
Besucher des Mühlenfests ein Bild davon machen, wie die Müller früher
den Buchweizen mahlten. Die Ernte erfolgt im übrigen nicht mit der Sense
sondern mit einem modernen Mähdrescher.
Höchstens
50 Prozent Mehl kann aus dem Buchweizen gewonnen werden, der Rest, größtenteils
aus der Schale bestehend, wandert in einen Abfallbehälter. Dieser
Abfall wird noch einmal gefiltert, denn die Schalen der Buchweizen
eignen sich als Füllung für Gesundheitskissen.
Bis
zu 20 Umdrehungen darf der Windmühlenflügel in der Minute absolvieren,
um die Mühle in Gang zu bringen. Bei starkem
Wind müssen die Segel an
den Flügeln eingekürzt werden, damit sie sich nicht zu schnell drehen,
berichtete Engbertus Egbers, Vorsitzender des 45 Mitglieder zählenden Mühlenvereins.
Bei Gewitter müsse der Mahlbetrieb ganz eingestellt werden und ein
Blitzableiter montiert werden. Ein traditionelles Gericht in Georgsdorf,
nicht nur auf dem Mühlenfest, ist der „Bookwäijten- Janhinnerk",
der Buchweizenpfannkuchen. Einige Stücke Speck werden in den
Pfannkuchen mit eingebacken, der dann mit Sirup oder Apfelmus serviert
wird. Das die Menge der Stücke Speck früher von großer Bedeutung war,
erzählte Heinz Sloot, auch er Mitglied des Mühlenvereins. Wenn ein
heiratswilliger junger Mann bei den Eltern seiner Angebeteten zum Essen
zu Besuch war, sollte er bei den Pfannkuchen genau auf die Menge der Stücke
Speck achten. „Waren es vier Stücke, dann war der Mann bei den
Schwiegereltern akzeptiert und durfte die Tochter heiraten. Waren es
drei oder weniger Stücke, sollte er gehen und war nicht erwünscht",
berichtete Sloot.
Für
das Mühlenfest hatte Sloot zudem eine kleine Fotoausstellung zu den
Themen „Buchweizenanbau früher und heute", „Schiffe auf unseren Kanälen"
und „Rund um die Mühle" zusammengestellt. Für Kinder hatten die
Mitglieder des Mühlenvereins
am Nachmittag ein Pony- Reiten organisiert. Ein Korbflechter zeigte den
Besuchern seine Arbeiten. Daneben hatten die Mühlenfreunde eine kleine Ausstellung mit
Treckerveteranen und alten Ackergeräten organisiert.
Jeden
Sonnabend von 14 bis 17 Uhr ist die Georgsdorfer Mühle für Besucher geöffnet.
Dabei bietet der Mühlenverein
unter
anderem Führungen und den Verkauf des Buchweizen- Mehls an. Die Mühle
kann seit kurzem auch als Standesamt genutzt werden. Nicht nur
Georgsdorfer Paare können sich hier ihr Jawort geben, sondern auch auswärtige
Brautpaare. Für den 2.2.2002 haben sich bereits zwei Paare angemeldet,
um an diesem besonderen Termin in der Mühle ihre standesamtliche
Trauung zu vollziehen, berichtete Egbers.
Der
Erlös aus dem Mühlenfest ist bestimmt für den Bau eines
Fachwerkhauses neben der Mühle, bei dem der Verein einen Eigenanteil an
den Kosten erbringen muss. Das Gebäude soll als Ausstellungsraum und für
die Bewirtung der Gäste genutzt werden.