Windmuehle

 

 

Die Windmühle in Georgsdorf (Typ: "Gallerieholländer") wurde 1875 erbaut und ist ein mehr als 100 Jahre alter Ziegelbau mit Reeteindeckung. Ihr Ursprung findet sich in dem Zusammenschluß von 12 Landwirten aus Georgsdorf. Um die Mühle vom Wind unabhängig zu machen, wurde im Jahre 1908 in einem Anbau an der Mühle ein Dieselmotor angebracht.

Eine erste Renovierung erfolgte Anfang der 80er Jahre. Seit dieser Zeit wird die Mühle von Hobbymüllern betrieben.

Mitte der 90er Jahre war eine weitere Renovierung der Windmühle unumgänglich. Unter anderem wurde die Galerie erneuert und der Mühlenstumpf wurde gegen die Unbill der Witterung mit Reet umkleidet.

 

An fast jedem Wochenende im Frühjahr, Sommer und Herbst drehen sich die Windmühlenflügel. Gemahlen wird in der Mühle vorwiegend Buchweizen, der in Georgsdorf in traditioneller Art und Weise gesät und geerntet wird. In den Georgsdorfer Gaststätten wird der begehrte Buchweizenpfannkuchen mit seinen traditionellen Beilagen angeboten. Jährlich wird ein Mühlenfest gefeiert. Auch diese Veranstaltung wird sehr gut angenommen. Neben der Betreuung der Mühle haben sich einige Hobbymüller dem Sammeln historischer landwirtschaftlicher Geräte verschrieben.

 

Bericht GW vom 11.09.2001

Buchweizen-Pfannkuchen und eine Fotoausstellung

 

Mühlenfreunde Georgdorf zeigten zum Denkmaltag alte Mahltechniken und historische Bilder

 

ah Georgsdorf. Als einziger Mühlenverein der Grafschaft haben die Mühlenfreunde Georgsdorf am Sonntag am Denkmalstag teilgenommen. Im Mittelpunkt des Georgsdorfer Mühlenfests stand die um 1875 erbaute Windmühle. Während die fünf Hektar Buchweizen, die die Mitglieder des Mühlenvereins in diesem Jahr angebaut haben, bei gutem Wetter erst in der kommenden Woche geerntet werden sollen, konnten sich die Besucher des Mühlenfests ein Bild davon machen, wie die Müller früher den Buchweizen mahlten. Die Ernte erfolgt im übrigen nicht mit der Sense sondern mit einem modernen Mähdrescher.

 

Höchstens 50 Prozent Mehl kann aus dem Buchweizen gewonnen werden, der Rest, größtenteils aus der Schale bestehend, wandert in einen Abfallbehälter. Dieser Abfall wird noch einmal gefiltert, denn die Schalen der Buchweizen eignen sich als Füllung für Gesundheitskissen.

Bis zu 20 Umdrehungen darf der Windmühlenflügel in der Minute absolvieren, um die Mühle in Gang zu bringen. Bei starkem Engbertus_Egbers_BuchweizenmahlenWind müssen die Segel an den Flügeln eingekürzt werden, damit sie sich nicht zu schnell drehen, berichtete Engbertus Egbers, Vorsitzender des 45 Mitglieder zählenden Mühlenvereins. Bei Gewitter müsse der Mahlbetrieb ganz eingestellt werden und ein Blitzableiter montiert werden. Ein traditionelles Gericht in Georgsdorf, nicht nur auf dem Mühlenfest, ist der „Bookwäijten- Janhinnerk", der Buchweizenpfannkuchen. Einige Stücke Speck werden in den Pfannkuchen mit eingebacken, der dann mit Sirup oder Apfelmus serviert wird. Das die Menge der Stücke Speck früher von großer Bedeutung war, erzählte Heinz Sloot, auch er Mitglied des Mühlenvereins. Wenn ein heiratswilliger junger Mann bei den Eltern seiner Angebeteten zum Essen zu Besuch war, sollte er bei den Pfannkuchen genau auf die Menge der Stücke Speck achten. „Waren es vier Stücke, dann war der Mann bei den Schwiegereltern akzeptiert und durfte die Tochter heiraten. Waren es drei oder weniger Stücke, sollte er gehen und war nicht erwünscht", berichtete Sloot.

Für das Mühlenfest hatte Sloot zudem eine kleine Fotoausstellung zu den Themen „Buchweizenanbau früher und heute", „Schiffe auf unseren Kanälen" und „Rund um die Mühle" zusammengestellt. Für Kinder hatten die Mitglieder des MühlenvereinsHeinz_Sloot_Fotoausstellung am Nachmittag ein Pony- Reiten organisiert. Ein Korbflechter zeigte den Besuchern seine Arbeiten. Daneben hatten die Mühlenfreunde eine kleine Ausstellung mit Treckerveteranen und alten Ackergeräten organisiert. Jeden Sonnabend von 14 bis 17 Uhr ist die Georgsdorfer Mühle für Besucher geöffnet. Dabei bietet der Mühlenverein unter anderem Führungen und den Verkauf des Buchweizen- Mehls an. Die Mühle kann seit kurzem auch als Standesamt genutzt werden. Nicht nur Georgsdorfer Paare können sich hier ihr Jawort geben, sondern auch auswärtige Brautpaare. Für den 2.2.2002 haben sich bereits zwei Paare angemeldet, um an diesem besonderen Termin in der Mühle ihre standesamtliche Trauung zu vollziehen, berichtete Egbers.

 

Der Erlös aus dem Mühlenfest ist bestimmt für den Bau eines Fachwerkhauses neben der Mühle, bei dem der Verein einen Eigenanteil an den Kosten erbringen muss. Das Gebäude soll als Ausstellungsraum und für die Bewirtung der Gäste genutzt werden.

 

Weitere Informationen zur Georgsdorfer Windmühle finden Sie in der Rubrik

Geschichte Georgsdorf  oder auf der Homepage vom Mühlenverein